Donnerstag, 29. März 2012

Es gibt auch Berge in Afrika




Mit der Ankündigung zweier Berge wurde uns die Etappe vorgestellt. Außerdem noch nebenbei 103km und viel zu viele Höhenmeter. Das ist genau das richtige zum Erholen.

Los geht es durch den historischen Ortskern von Caledon. Ich vermag allerdings nichts Historisches zu erkennen und konzentriere mich wieder auf die Massen von Radfahrern um mich herum und natürlich darum, Ekkard nicht aus den Augen zu verlieren. Nach einiger Zeit spielt sich alles wie gewohnt ein und wir radeln über Schotterstraßen durch die Hügel Afrikas.

Ich sehe Berge in einiger Entfernung und denke, vielleicht dürfen wir ja wirklich mal dahin und müssen nicht immer durch Weinberge, Äcker und sonstige landwirtschaftliche (un)Nutzfläche fahren. Kurze Zeit später sind wir tatsächlich an den Bergen und strampeln bzw. schieben den ersten hoch.

Ekkard hat mir zu Beginn der Etappe gesagt, dass er heute kein Rennen gewinnen wolle und so gehen wir das Ganze gemächlich an. Ich wollte sowieso das Rennen nicht gewinnen. Aber das weiß Ekkard bestimmt auch. Die Höhenmeter vom Vortag stecken noch überall in den Gliedern und so bin ich nicht gerade positiv angetan als Ekkard mir nach etwa vier Stunden mitteilt, dass etwa 1.200 hm geschafft seien. Damit bleiben nämlich immer noch 1.400 hm übrig. Außerdem sind auch noch 50 km zu fahren - auch Mist!

Kurzzeitig werden wir von einigen schönen Ausblicken verwöhnt, die bis an den Atlantik reichen. Auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir Buschfeuer brennen, so dass ich stark dafür bin, dass die Route in Richtung Atlantik zu verlaufen hat. Aber der Tour Director hat anders geplant und wir dürfen natürlich, nach einem technisch durchaus interessanten Downhill, wieder über unsere geliebten Äcker heizen - immer Richtung Buschfeuer.


Zwischenzeitlich ist ein absurd starker Wind aufgekommen, und wie es sich der Tour Director für sein härtestes Mountainbike-Rennen der Welt wünscht, kommt der von vorn. Wir haben noch 25 km zu fahren und kommen in der ersten Stunde etwa 8 km weit. Danach hat die Route zumindest teilweise ein Einsehen mit uns und wir dürfen von Zeit zu Zeit auch mal mit Seitenwind fahren. Der bläßt uns allerdings immer wieder quer über den Weg. Einen Fahrer sehe ich, den der Wind an einem Hügel einfach umbläst.

Irgendwann kommt ein Schild vorbei, auf dem 5 km zum Ziel steht. Fein denke ich, das ist zu schaffen. Allerdings habe ich die Rechnung mal wieder ohne den Tour Director gemacht. Die Route muss natürlich zum Schluss nochmal was bieten. Wir dürfen also Auf und Ab durch dichte Wälder und zum Schluss sogar durch den botanischen Garten zuckeln.

Das Ergebnis ist für mich ähnlich wie gestern: blöde Streckenführung - einzig um uns zu ärgern.

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