Beim Briefing gestern Abend wurde uns erklärt, dass die heutige Etappe als Erholung zu sehen ist, bevor es dann richtig los geht. Aha, haben wir uns gedacht, 122 km und 1650 hm dürften nur ein Minimum an Erholungswert zulassen. Trotzdem haben wir versucht, mit dem Erholungsvorsatz in die Etappe zu starten. Aber schon auf den ersten Kilometern wird klar, die anderen wollen sich nicht erholen. Naja, wir versuchen unser Vorhaben umszusetzen - scließlich sind wir ja in der Startgruppe aufgerückt und haben somit 10 Minuten Vorsprung.
Die Reise hat uns heute zunächst durch Weinberge geführt, die - wie das eben so ist - bergig sind. Das Unschöne daran ist, dass es immer rauf und runter geht und zwar immer wieder recht steil. Dazwischen kommt auch mal eine Flussdurchquerung zur Abwechslung, und damit meine ich wirklich Fluss im Gegensatz zu Bach. Das Wasser reicht uns bzw. den Rädern bis zu den Naben und die Strömung schiebt ordentlich von der Seite. Nach etwa 15 Metern ist das geschafft. Die Räder, Schuhe, Socken usw. sind ordentlich nass und so hält sich der Staub gerne daran fest.
Bei der zweiten Verpflegung tanke nicht nur ich alles Mögliche nach, sondern auch mein Rad bekommt etwas Luft. Danach geht es weiter. Aber nach kurzer Zeit ist die aufgetankte Luft wieder weg wie bei mir die Energie. Die nüchterne Feststellung: Plattfuß. Gespannt such wir das Loch und beobachten wie die von Toni verabrechte Latex-Milch versucht, das Loch abzudichten. Ich pumpe und wir beschließen, ohne weitere Reparatur erst mal weiterzufahren. Ich kann es kaum fassen, aber der Luftdruck im Reifen hält und ich muss nicht wie viele andere weitere Reparaturmaßnahmen ergreifen. Vielen Dank Toni!!!
Nennenswerte Berge gibt es heute keine zu überwinden, trotzdem sind wir nach 90 km bei der letzten Verpflegung schon ganz schön bedient. Aber es hilft nicht und wir strampeln weiter unsere Kilometer ab. Als die letzten 15 km anbrechen wähne ich mich schon fast im Ziel, als die Route von einer netten, gut befahrbaren Straßen wieder mal in die Weinberge abbiegt. Also geht es zum Schluss noch diverse Male auf und ab. Kurz bevor wir die Nerven mit dem ewigen Auf und Ab verlieren biegt die Route auf eine asphaltierte Straße und wir wissen, dass das Ziel nun greifbar nahe ist. Und tatsächlich kommen wir kurze Zeit später im Ziel an. Die Fahrzeit heute: 7:30 Stunden. Damit werden wir in der Tageswertung der Herren 270. und in der Gesamtplatzierung rutschen wir auf Platz 443 ab.
Wie sich schon an unseren Gesichtern auf dem Foto oben erahnen lässt, sieht Erholung dann doch anders aus.
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