Die letzte kurze Etappe war eigentlich ganz entspannend, dachten wir. Allerdings verloren Arnold und ich uns aus dem Blick und warteten jeweils aufeinander, bis der Besenwagen kam.
So rollten wir das Feld vom Schluss her auf, bis mir dann die Kette riss. Während der Reparatur sausten wieder alle an uns vorbei, so dass wir wieder am Schluss des Feldes in die Verpflegungsstation gondelten. Die Rennhektik war uns gründlich vergangen und es hätte eine ganz entspannte Tour werden können. Bis auf den Gedanken, was denn noch alles auf den letzten 20 km passieren würde. Zum Glück nichts und so hängten uns Karl Platt und Christoph Sahm die Finishermedaille um. Eine große Erleichterung macht sich bei allen breit und wir sitzen auf der Picknickwiese mit einem Glas Wein in der Hand und gucken dümmlich grinsend in die Runde.
Jetzt wieder alles organisatorische rückwärts abwickeln: Bikeboxen, Hotel, Flughafentransfers und das mit leerem Akku, vom iPhone. Sorgen um den Ladestand und Wifi-Verbindung bleiben die beständige Sorge -- Epic oder nicht.
Cape Mering Epic
Sonntag, 1. April 2012
Samstag, 31. März 2012
Und nu? Super-Glue!
Gestern war an Rad-Service nicht mehr zu denken gewesen. Als mich um 21:15 die SMS erreichte, dass mein Rad jetzt gewaschen sei, lag ich schon in meinem Schlafsack. Sonst wars überall kalt und Wecken ist täglich um 5 (mit Dudelsack-Musik).
Beim ersten Anstieg zeigt sich das Malheur: Der Reifen schleift am Rahmen. Alle Gelenke sind fest, aber unter der Kettenstrebenabdeckung sieht man einen Spalt. Rahmen gerissen, siehe Foto.
Ein hilfsbereiter Mitbiker (alle Südafrikaner sind hilfsbereit) schlägt beherzt gegen das Hinterrad und der Spalt geht zu. Na immerhin schleift es nicht mehr. Wie in Schock fahre ich weiter. Wir checken nach ein paar Minuten die Sachlage: Behelfsreparatur unmöglich; mögliches Schadenspotential beherrschbar. Also weiterfahren.
Im weiteren Verlauf an jedem Servicepoint die gleiche Reaktion, wenn ich den Schaden zeige: Oh.
Es hält bis zurück ins Camp. Meine weitere Suche nach Reparaturmöglichkeiten beschert mir eine weitere Serie von Ohs. Weit außerhalb des Camps in einem Feldlager von nicht-offiziellen Bikeshops finde ich jemanden, der es mit einem Hammer zusammenklopft und mit SuperGlue klebt. Toitoitoi.
Beim ersten Anstieg zeigt sich das Malheur: Der Reifen schleift am Rahmen. Alle Gelenke sind fest, aber unter der Kettenstrebenabdeckung sieht man einen Spalt. Rahmen gerissen, siehe Foto.
Ein hilfsbereiter Mitbiker (alle Südafrikaner sind hilfsbereit) schlägt beherzt gegen das Hinterrad und der Spalt geht zu. Na immerhin schleift es nicht mehr. Wie in Schock fahre ich weiter. Wir checken nach ein paar Minuten die Sachlage: Behelfsreparatur unmöglich; mögliches Schadenspotential beherrschbar. Also weiterfahren.
Im weiteren Verlauf an jedem Servicepoint die gleiche Reaktion, wenn ich den Schaden zeige: Oh.
Es hält bis zurück ins Camp. Meine weitere Suche nach Reparaturmöglichkeiten beschert mir eine weitere Serie von Ohs. Weit außerhalb des Camps in einem Feldlager von nicht-offiziellen Bikeshops finde ich jemanden, der es mit einem Hammer zusammenklopft und mit SuperGlue klebt. Toitoitoi.
Möchtest du heute fahren?
Mit dieser Frage hat mich Ekkard heute früh überrascht. Natürlich wollte ich nicht, aber nachdem uns keine wirklich guten Alternativen eingefallen sind, haben wir uns dann doch für einen Start entschieden.
Zuerst einmal musste ich mich auf die Kälte und Feuchtigkeit draußen einstellen, bevor ich in den Tag starten konnte. Bevor mir das gelungen ist, hat mich allerdings die Feststellung eingeholt, dass die Feuchtigkeit nicht nur draußen ist, sondern auch im Zelt. Naja, so ist das eben beim Zelten. Regnet es erst mal machen die nassen Dinge alle anderen Sachen auch nass, so dass sich eine Einheitsfeuchtigkeit in Allem einstellt, was Feuchtigkeit aufnehmen kann. Prinzipiell wäre mir das egal, aber sogar meine Fahrradklamotten wollten von der Nässe etwas abhaben und haben gleich ordentlich zugeschlagen. Als Lösung habe ich mich entschieden alle Fahrradklamotten für den Tag zu mir in den Schlafsack zu holen, damit ich sie warmkuscheln kann. Das Prblem dabei war aber, dass Ekkard nicht mit seinen Klamotten kuscheln wollte sondern lieber frühstücken. Also langerer Rede kurzer Sinn: rein in die feuchten Sachen und den Tag starten.
Aufgrund des auf 7:30 Uhr zurückverlegten Starts hatte es tatsächlich schon 6,5°C und wir konnten uns nicht ohne unsere Regen- und Matschschutzgarderobe auf den Weg machen (obwohl die Sonne schien). Die Streckenführung hat uns heute viel besser gefallen als die bisherigen Tage. Es hätte fast eine schöne Ausfahrt in den Alpen sein können. Sogar die angekündigten Singletracks waren zumindest zum Teil akzeptabel. Einige haben uns aber mehr an Spaghetti erinnert, die lieblos irgendwo hingeworfen wurden.
Meine Hauptsorge bestand heute darin, wie ich die 2.000 hm ohne Bremsen überstehen sollte. Die Bremsbelege vorn und hinten waren von gestern total verschliessen, so dass ich schon Metall auf Metall gehört habe, sobald ich zu bremsen begann. Außerdem hat meine Kette üble Pfeiftöne von sich gegeben. Aufgrund der späten Ankunft gestern abend und der Tatsache, dass die Bikes erst im Lauf der Nacht fertig gewaschen waren, hatte ich keine Möglichkeit, mich noch darum zu kümmern.
Das Kettenproblem war einfach gelöst. Am ersten Anstieg des Tages wurde die Kette mit Öl bedacht, was die Kette mit hübschem Schnurren quittiert hat. Das Bremsproblem war im Anstieg noch nicht so relevant, so dass ich es vorerst hinter den körperlichen Sorgen angestellt habe. Aber spätestens in der ersten Abfahrt wurde klar, dass ich so nicht über den Tag kommen werde. An der ersten Verpflegungsstelle habe ich also die Servicestation aufgesucht und mir den einen mitgenommenen Satz Bremsbeläge hinten einbauen lassen. Für vorne hatte die Jungs nicht extakt die richtigen Beläge dabei, konnten aber trotzdem welche einbauen, die den Job zufriedenstellend erledigt haben.
Der Rest war wie schon gesagt eine nette Radtour. Wir sind als Vorletztes Team von der ersten Verpflegung aufgebrochen und haben uns kontinuierlich dem Ziel entgegengekämpft. Am Ende waren wir sogar noch so rechtzeitig im Camp, dass wir jetzt etwas Relaxen können.
Zuerst einmal musste ich mich auf die Kälte und Feuchtigkeit draußen einstellen, bevor ich in den Tag starten konnte. Bevor mir das gelungen ist, hat mich allerdings die Feststellung eingeholt, dass die Feuchtigkeit nicht nur draußen ist, sondern auch im Zelt. Naja, so ist das eben beim Zelten. Regnet es erst mal machen die nassen Dinge alle anderen Sachen auch nass, so dass sich eine Einheitsfeuchtigkeit in Allem einstellt, was Feuchtigkeit aufnehmen kann. Prinzipiell wäre mir das egal, aber sogar meine Fahrradklamotten wollten von der Nässe etwas abhaben und haben gleich ordentlich zugeschlagen. Als Lösung habe ich mich entschieden alle Fahrradklamotten für den Tag zu mir in den Schlafsack zu holen, damit ich sie warmkuscheln kann. Das Prblem dabei war aber, dass Ekkard nicht mit seinen Klamotten kuscheln wollte sondern lieber frühstücken. Also langerer Rede kurzer Sinn: rein in die feuchten Sachen und den Tag starten.
Aufgrund des auf 7:30 Uhr zurückverlegten Starts hatte es tatsächlich schon 6,5°C und wir konnten uns nicht ohne unsere Regen- und Matschschutzgarderobe auf den Weg machen (obwohl die Sonne schien). Die Streckenführung hat uns heute viel besser gefallen als die bisherigen Tage. Es hätte fast eine schöne Ausfahrt in den Alpen sein können. Sogar die angekündigten Singletracks waren zumindest zum Teil akzeptabel. Einige haben uns aber mehr an Spaghetti erinnert, die lieblos irgendwo hingeworfen wurden.
Meine Hauptsorge bestand heute darin, wie ich die 2.000 hm ohne Bremsen überstehen sollte. Die Bremsbelege vorn und hinten waren von gestern total verschliessen, so dass ich schon Metall auf Metall gehört habe, sobald ich zu bremsen begann. Außerdem hat meine Kette üble Pfeiftöne von sich gegeben. Aufgrund der späten Ankunft gestern abend und der Tatsache, dass die Bikes erst im Lauf der Nacht fertig gewaschen waren, hatte ich keine Möglichkeit, mich noch darum zu kümmern.
Das Kettenproblem war einfach gelöst. Am ersten Anstieg des Tages wurde die Kette mit Öl bedacht, was die Kette mit hübschem Schnurren quittiert hat. Das Bremsproblem war im Anstieg noch nicht so relevant, so dass ich es vorerst hinter den körperlichen Sorgen angestellt habe. Aber spätestens in der ersten Abfahrt wurde klar, dass ich so nicht über den Tag kommen werde. An der ersten Verpflegungsstelle habe ich also die Servicestation aufgesucht und mir den einen mitgenommenen Satz Bremsbeläge hinten einbauen lassen. Für vorne hatte die Jungs nicht extakt die richtigen Beläge dabei, konnten aber trotzdem welche einbauen, die den Job zufriedenstellend erledigt haben.
Der Rest war wie schon gesagt eine nette Radtour. Wir sind als Vorletztes Team von der ersten Verpflegung aufgebrochen und haben uns kontinuierlich dem Ziel entgegengekämpft. Am Ende waren wir sogar noch so rechtzeitig im Camp, dass wir jetzt etwas Relaxen können.
Freitag, 30. März 2012
Matschball
Gestern Nachmittag begann der Regen, so reichlich wie ich ihn in Afrika erwarten würde. Leider wurde es unerwartet kalt, 9-11 Grad. Zum Glück haben wir nicht alle Regensachen in den Koffern gelassen, und wir können uns anziehen, wie bei einer Radtour. Zuhause.
Das RaceOffice hofft noch: Lets hope the single trails will not be too muddy. Entweder ist das der Kommunikationsstil, oder das RaceOffice ist selber nicht häufig nach einem Regen geradelt. Und also: keine Änderungen an der Route.
Am Morgen regnet es weiter, und kaum aus der Stadt raus, ist Schluss mit Asphalt und Start mit Matsch. Rot und stellenweise tief. Den ersten Biker sehe ich nach 5 km stürzen.
Chainsuck: Der Matsch wird vom Hinterrad hoch auf die Kette geschleudert, diese klebt am Zahnkranz, wird von der nachfolgenden Kette eingeklemmt, und stop ist's.
Und tatsächlich führt am nachmittag, wo der Straßenzustand jedem klar geworden sein müsste, die Route über die hoffnungslos vermatschten Eindeutig vermeidbar, aber die Organisatoren haben andere Prioritäten. Tolle Media-Bilder vermutlich.
Nach einer letzten, überflüssigen Schlammrunde um unseren neuen Zeltplatz treffen wir ziemlich sauer ein. Es ist spät, kühl, alles ist verdreckt, und der neue Platz versinkt schon am ersten Nachmittag im Schlamm.
Die Organisation zeigt keine Reaktion auf das Wetter. Na prima, das ist vermutlich authentisch Afrika, wie wir es wollten.
Das RaceOffice hofft noch: Lets hope the single trails will not be too muddy. Entweder ist das der Kommunikationsstil, oder das RaceOffice ist selber nicht häufig nach einem Regen geradelt. Und also: keine Änderungen an der Route.
Am Morgen regnet es weiter, und kaum aus der Stadt raus, ist Schluss mit Asphalt und Start mit Matsch. Rot und stellenweise tief. Den ersten Biker sehe ich nach 5 km stürzen.
Chainsuck: Der Matsch wird vom Hinterrad hoch auf die Kette geschleudert, diese klebt am Zahnkranz, wird von der nachfolgenden Kette eingeklemmt, und stop ist's.
Und tatsächlich führt am nachmittag, wo der Straßenzustand jedem klar geworden sein müsste, die Route über die hoffnungslos vermatschten Eindeutig vermeidbar, aber die Organisatoren haben andere Prioritäten. Tolle Media-Bilder vermutlich.
Nach einer letzten, überflüssigen Schlammrunde um unseren neuen Zeltplatz treffen wir ziemlich sauer ein. Es ist spät, kühl, alles ist verdreckt, und der neue Platz versinkt schon am ersten Nachmittag im Schlamm.
Die Organisation zeigt keine Reaktion auf das Wetter. Na prima, das ist vermutlich authentisch Afrika, wie wir es wollten.
Donnerstag, 29. März 2012
Es gibt auch Berge in Afrika

Mit der Ankündigung zweier Berge wurde uns die Etappe vorgestellt. Außerdem noch nebenbei 103km und viel zu viele Höhenmeter. Das ist genau das richtige zum Erholen.
Los geht es durch den historischen Ortskern von Caledon. Ich vermag allerdings nichts Historisches zu erkennen und konzentriere mich wieder auf die Massen von Radfahrern um mich herum und natürlich darum, Ekkard nicht aus den Augen zu verlieren. Nach einiger Zeit spielt sich alles wie gewohnt ein und wir radeln über Schotterstraßen durch die Hügel Afrikas.
Ich sehe Berge in einiger Entfernung und denke, vielleicht dürfen wir ja wirklich mal dahin und müssen nicht immer durch Weinberge, Äcker und sonstige landwirtschaftliche (un)Nutzfläche fahren. Kurze Zeit später sind wir tatsächlich an den Bergen und strampeln bzw. schieben den ersten hoch.
Ekkard hat mir zu Beginn der Etappe gesagt, dass er heute kein Rennen gewinnen wolle und so gehen wir das Ganze gemächlich an. Ich wollte sowieso das Rennen nicht gewinnen. Aber das weiß Ekkard bestimmt auch. Die Höhenmeter vom Vortag stecken noch überall in den Gliedern und so bin ich nicht gerade positiv angetan als Ekkard mir nach etwa vier Stunden mitteilt, dass etwa 1.200 hm geschafft seien. Damit bleiben nämlich immer noch 1.400 hm übrig. Außerdem sind auch noch 50 km zu fahren - auch Mist!
Kurzzeitig werden wir von einigen schönen Ausblicken verwöhnt, die bis an den Atlantik reichen. Auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir Buschfeuer brennen, so dass ich stark dafür bin, dass die Route in Richtung Atlantik zu verlaufen hat. Aber der Tour Director hat anders geplant und wir dürfen natürlich, nach einem technisch durchaus interessanten Downhill, wieder über unsere geliebten Äcker heizen - immer Richtung Buschfeuer.
Zwischenzeitlich ist ein absurd starker Wind aufgekommen, und wie es sich der Tour Director für sein härtestes Mountainbike-Rennen der Welt wünscht, kommt der von vorn. Wir haben noch 25 km zu fahren und kommen in der ersten Stunde etwa 8 km weit. Danach hat die Route zumindest teilweise ein Einsehen mit uns und wir dürfen von Zeit zu Zeit auch mal mit Seitenwind fahren. Der bläßt uns allerdings immer wieder quer über den Weg. Einen Fahrer sehe ich, den der Wind an einem Hügel einfach umbläst.
Irgendwann kommt ein Schild vorbei, auf dem 5 km zum Ziel steht. Fein denke ich, das ist zu schaffen. Allerdings habe ich die Rechnung mal wieder ohne den Tour Director gemacht. Die Route muss natürlich zum Schluss nochmal was bieten. Wir dürfen also Auf und Ab durch dichte Wälder und zum Schluss sogar durch den botanischen Garten zuckeln.
Das Ergebnis ist für mich ähnlich wie gestern: blöde Streckenführung - einzig um uns zu ärgern.
Mittwoch, 28. März 2012
Schutthaufen mit Aussicht
Indem sich die CapeEpic beständig als das härteste Mountainbike-Rennen der Welt bezeichnet, war heute die härteste Etappe angesagt, die wohl notwendig ist, um den Titel zu sichern.
143 km, 2900 Höhenmeter. Dass es dazu auch noch heiß war, passt dazu.
Und so sind wir, die hoffentlich härtesten Mountainbiker der Welt, auf Schuttwegen durch die Lynddchaft gekreuzt, quer über Äcker, haben uns auf staubigen Pisten von Holzlastern jagen lassen, sind entlang von Zäunen schnurgerade an Grundstücksgrenzen die Berge rauf und wieder runter, nur um endlich in Caledon anzukommen. Das Städtchen empfängt uns über seinen Hinterausgang, d.h. eine Schutthalde und ein neulich abgebranntes Waldstück.
In Hinblick auf die touristischen Höhepunkte war heute nix geboten, außer dem Welt-härtest.
Ein bisschen wehmütig fällt der Vergleich mit dem anderen härtesten MTB-Rennen, der Transalp, schon aus. Dort gibt es je nach Emgagement des Etappenorts kulinarisch Überraschungen, oder tolle Ortschaften, oder spektakuläre Lokation für die After-Race Party.
Brauchen harte Männer nicht.
143 km, 2900 Höhenmeter. Dass es dazu auch noch heiß war, passt dazu.
Und so sind wir, die hoffentlich härtesten Mountainbiker der Welt, auf Schuttwegen durch die Lynddchaft gekreuzt, quer über Äcker, haben uns auf staubigen Pisten von Holzlastern jagen lassen, sind entlang von Zäunen schnurgerade an Grundstücksgrenzen die Berge rauf und wieder runter, nur um endlich in Caledon anzukommen. Das Städtchen empfängt uns über seinen Hinterausgang, d.h. eine Schutthalde und ein neulich abgebranntes Waldstück.
In Hinblick auf die touristischen Höhepunkte war heute nix geboten, außer dem Welt-härtest.
Ein bisschen wehmütig fällt der Vergleich mit dem anderen härtesten MTB-Rennen, der Transalp, schon aus. Dort gibt es je nach Emgagement des Etappenorts kulinarisch Überraschungen, oder tolle Ortschaften, oder spektakuläre Lokation für die After-Race Party.
Brauchen harte Männer nicht.
Dienstag, 27. März 2012
Die Weinbergrunde
Beim Briefing gestern Abend wurde uns erklärt, dass die heutige Etappe als Erholung zu sehen ist, bevor es dann richtig los geht. Aha, haben wir uns gedacht, 122 km und 1650 hm dürften nur ein Minimum an Erholungswert zulassen. Trotzdem haben wir versucht, mit dem Erholungsvorsatz in die Etappe zu starten. Aber schon auf den ersten Kilometern wird klar, die anderen wollen sich nicht erholen. Naja, wir versuchen unser Vorhaben umszusetzen - scließlich sind wir ja in der Startgruppe aufgerückt und haben somit 10 Minuten Vorsprung.
Die Reise hat uns heute zunächst durch Weinberge geführt, die - wie das eben so ist - bergig sind. Das Unschöne daran ist, dass es immer rauf und runter geht und zwar immer wieder recht steil. Dazwischen kommt auch mal eine Flussdurchquerung zur Abwechslung, und damit meine ich wirklich Fluss im Gegensatz zu Bach. Das Wasser reicht uns bzw. den Rädern bis zu den Naben und die Strömung schiebt ordentlich von der Seite. Nach etwa 15 Metern ist das geschafft. Die Räder, Schuhe, Socken usw. sind ordentlich nass und so hält sich der Staub gerne daran fest.
Bei der zweiten Verpflegung tanke nicht nur ich alles Mögliche nach, sondern auch mein Rad bekommt etwas Luft. Danach geht es weiter. Aber nach kurzer Zeit ist die aufgetankte Luft wieder weg wie bei mir die Energie. Die nüchterne Feststellung: Plattfuß. Gespannt such wir das Loch und beobachten wie die von Toni verabrechte Latex-Milch versucht, das Loch abzudichten. Ich pumpe und wir beschließen, ohne weitere Reparatur erst mal weiterzufahren. Ich kann es kaum fassen, aber der Luftdruck im Reifen hält und ich muss nicht wie viele andere weitere Reparaturmaßnahmen ergreifen. Vielen Dank Toni!!!
Nennenswerte Berge gibt es heute keine zu überwinden, trotzdem sind wir nach 90 km bei der letzten Verpflegung schon ganz schön bedient. Aber es hilft nicht und wir strampeln weiter unsere Kilometer ab. Als die letzten 15 km anbrechen wähne ich mich schon fast im Ziel, als die Route von einer netten, gut befahrbaren Straßen wieder mal in die Weinberge abbiegt. Also geht es zum Schluss noch diverse Male auf und ab. Kurz bevor wir die Nerven mit dem ewigen Auf und Ab verlieren biegt die Route auf eine asphaltierte Straße und wir wissen, dass das Ziel nun greifbar nahe ist. Und tatsächlich kommen wir kurze Zeit später im Ziel an. Die Fahrzeit heute: 7:30 Stunden. Damit werden wir in der Tageswertung der Herren 270. und in der Gesamtplatzierung rutschen wir auf Platz 443 ab.
Wie sich schon an unseren Gesichtern auf dem Foto oben erahnen lässt, sieht Erholung dann doch anders aus.
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